Freitag, 10. Februar 2012

Making-of: Vom Seminar aufs Tablet



Lehrmittel zur Vorbereitung auf die theoretische Fahrprüfung gibt es einige. Die meisten dienen dem Auswendiglernen der Multiple-Choice-Antworten. Das will zwar die Mehrheit der Fahrschüler. Einige möchten die Verkehrsregeln aber auch im Zusammenhang verstehen und nicht mehr vergessen. So könnte man die Prüfung ja ebenfalls knacken. Ein solches Lehrmittel wollte ich schreiben. Ausserdem sollte es interaktiv sein, das iPad wäre dafür also das richtige Format. Aber wie bringe ich meinen Stoff auf dieses Gerät?

Mit InDesign CS5 digitale Publikationen erstellen
An einem zweitägigen Seminar im Juni 2011 bei ulrich-media in Meikirch entdeckte ich, wie sich InDesign mit der Digital Publishing Suite erweitern lässt. Bereits ein paar Tage später landete der erste Entwurf auf dem iPad, mit dem Adobe Viewer, einfach und kostenlos. Eine Adobe-ID genügt. Kapitel um Kapitel gestaltete ich nun mein Buch mit InDesign und sandte die einzelnen Dateien jeweils via Folio Builder zu Adobe. Das iPad meldete bei jeder Ergänzung, dass eine neue Version meines Werks zum Herunterladen bereit sei. Aktualisierungen lassen sich in Echtzeit kontrollieren. Mit etwas Fingerspitzengefühl und gelegentlichem Spicken im e-college.ch baute ich die interaktiven Elemente und kleine Animationen ein. Knochenarbeit, aber es macht Spass.

Praxistest erfolgreich
Im Dezember war eine erste Version zum Praxistest bereit. Dafür richtete ich bei Adobe eine weitere ID ein, die ich meinen Testpersonen – zusammen mit einem iPad – weitergeben konnte. Profis und angehende Autofahrer prüften mein Werk und gaben wertvolle Rückmeldungen. Höhepunkt war die E-Mail mit der Mitteilung: «Prüfung bestanden, Lehrmittel brauchbar!». Sie motivierte, neben dem Hochformat auch noch ein Querformat zu integrieren. Das erwartet man als iPad Nutzer ja eigentlich. Dafür brauchte es für jedes Kapitel eine separate InDesign Datei mit einem Layout im Querformat.

Haemes Verlagslösung
Weil im letzten Herbst noch nicht klar war, wann die Single Edition auch in der Schweiz erscheint, bot mir Haeme Ulrich eine «Verlagslösung» im Rahmen der Professional Edition an. Darin inbegriffen waren auch Antworten auf den einen oder anderen Hilferuf, vor allem wenn Adobe wieder einmal klammheimlich eine neue Version der Programm hochgeschaltet hatte, mit der dann vorerst nichts mehr lief. Aber alle Klippen konnten umschifft werden und die noch im Dezember festgelegte Deadline für die Veröffentlichung im AppStore rückte näher. Am 9. Februar war das Lehrmittel zur Auswilderung bereit.

Gut vorbereitet nach Meikirch
Mit einem genauen  Studium der bei Adobe erhältlichen Anleitung «Begleithandbuch für das Publizieren auf dem iPad» lässt sich viel Zeit sparen. Es lohnt sich, diese Anleitung Schritt für Schritt durchzuarbeiten. Sind aber der Account bei Apple eingerichtet, die Bankdaten eingegeben, die Zertifikate im Schlüsselbund, die AppID erstellt sowie die Application Icons und die Splash Bilder vorbereitet, dann müssen eigentlich nur noch die Versionen der verschiedensten Programme zueinander passen und das Werk lässt sich in knapp zwei Stunden den AppStore hochgeladen. Als Entwickler kann ich es mit dem Development Certificate vorab auf dem iPad testen. Und es sieht schon aus wie richtig. Ein schöner Moment, wenn das eigene Icon mitten unter den berühmten Apps auf dem Tablet erscheint.

«I could write a book» war einer der ersten richtigen Songs in der Klavierstunde, und davon träumte ich seit vielen Jahren. Wenn Apple nun noch sein Okay gibt, geht der Wunsch in Erfüllung.

Franz Neff (ach ja, die App heisst imverkehr.ch)


mehr: www.neff-pidoux.ch
Blog: www.d2m.ch
Mobilität: www.imverkehr.ch

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