
Seit 15 Jahren arbeite ich fast täglich mit Photoshop. Ich beobachte aber, wie ich Photoshop in den letzten Jahren immer seltener einsetze...
Vor 6 Jahren habe ich schlicht und einfach jedes Bild in Photoshop geöffnet, welches ich in irgend einer Weise bearbeiten wollte. Doch seither hat sich vieles geändert! Programme wie Lightroom, Aperture, Capture One usw. haben die Arbeit eines Fotografen massgeblich verändert!
Egal wie klein die angestrebte Korrektur auch war, an Photoshop ist vor Jahren kaum ein Fotograf vorbei gekommen. Mit Programmen wie Lightroom hat der Fotograf heute ein Werkzeug in der Hand, welches Photoshop mehr und mehr an die Wand spielt. Selbst das Photoshop-Team bei Adobe ist angeblich eifersüchtig auf Lightroom, weil das Programm einfach der Hammer ist :-)
Was Lightroom für Bildbearbeiter so mächtig macht
Lightroom zeigt mir immer wieder aufs Neue, dass ein Bild unendlich viele Gesichter haben kann. Früher, als Photoshop mein Hauptwerkzeug war, fiel meine Arbeit um einiges weniger kreativ aus, als dies heute mit Lightroom der Fall ist. In Photoshop habe ich meistens nur einen einzigen Look verfolgt. Wollte ich das Aussehen eines Bildes auf den Kopf stellen, waren dazu auch trotz Aktionen verschiedene mühsame Schritte nötig.

In Lightroom arbeite ich heute mit mehr als 100 Entwicklungs-Vorgaben, die ich mir im Laufe der Zeit erstellt habe. Bevor ich ernsthaft mit der Bearbeitung beginne, schaue ich mir meistens verschiedene Looks an, um mich inspirieren zu lassen. In Photoshop war das so gut wie unmöglich. In Lightroom drücke ich einfach Cmd+T, um eine neue virtuelle Kopie des Bildes anzulegen. Ein Mausklick später sieht das Bild bereits wieder vollkommen anders aus. Wenn ich die N-Taste drücke, kann ich mehrere Varianten komfortabel miteinander vergleichen.
Auf diese Weise erspare ich mir viele unnötige Klicks und komme dabei erst noch auf Ideen, die mir ohne die Vorgaben vielleicht gar nicht in den Sinn gekommen wären.
Wann arbeite ich noch mit Photoshop?
Ich setze Photoshop eigentlich nur noch für folgende Arbeiten ein:
- Fotomontagen
- Retuschen
- Freisteller
- Output-Sharpening
- Selektive Farbkorrekturen
- Einsatz von Filtern
- Farbkorrektur von Videos
Viele andere Arbeiten beherrscht Lightroom in der Zwischenzeit aber meist schneller.
Übrigens können auch Sie an rund 80 meiner Entwicklungsvorgaben heran kommen. Sie haben dafür drei Möglichkeiten:
- Sie abonnieren eCollege
- Sie besuchen bei uns einen Lightroom-Kurs
- Sie absolvieren den Diplomlehrgang Fotografie am KV Baden und besuchen das Modul Bildbearbeitung, welches ich unterrichte.
Fazit
Photoshop gehört immer noch zu meinen Lieblingsprogrammen und wird es auch bleiben, so lange es auf dem Markt ist. Ds darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass Photoshop mehr als 20 Jahre alt ist. In dieser Zeit hat sich Photoshop zu einem wahren Giganten mit vielerlei Stärken entwickelt.
Die Stärke von Lightroom liegt auf der anderen Seite ganz einfach darin, dass alte Zöpfe von Anfang an abgeschnitten werden konnten. Was in Photoshop mühsam anzustellen ist, kann in Lightroom manchmal mit nur einem Klick realisiert werden.
Zumindest momentan ist es aber noch so, dass sich die beiden Programme den Ball gegenseitig in die Hände spielen. Wer schnell und effizient arbeiten will, hat mit Lightroom ein tolles Programm vor sich. Wer Ebenen, Masken, Filter und unendlich viel Kontrolle für das Detail braucht, kommt auch heute kaum an Photoshop vorbei.
Ich nehme nicht an, dass in Zukunft diese beiden Programme zu einer einzelnen Software zusammenschmelzen. Das harte Photoshop-Geschütz und die filigrane Lightroom-Ballerina können meines Erachtens unmöglich unter einen Hut gebracht werden.
Ich bin aber gespannt, wie sich Programme wie Snapseed entwickeln werden. Diese App wurde letztes Jahr zu einer der besten Apps (oder zur besten App?) des Jahres gekürt. Das Programm ist so beliebt, dass es jetzt auch losgelöst vom iOS auf dem Mac verwendet werden kann. Ich habe mir heute einen Podcast angeschaut. Dort war ein interessantes Zitat zu hören: In Zukunft werden Laptops die Desktop-Rechner ersetzen und die Tablets ersetzen die Laptops... Eines steht aber heute schon fest: Mit spezialisierten, einfach zu bedienenden Programmen wir Lightroom oder Snapseed bekommen die Fotos der Zukunft deutlich mehr Gesichter, als in der Vergangenheit.
Herzliche Grüsse
Ihr/Euer Michel Mayerle
Ein Blick zurück und einige nach vorne - so hast du diesen Blog verfasst. Persönlich wäre Photoshop nur noch Masken und Ebenen bei mir im Einsatz. Aber ich muss gestehen durch ein Problem am Win7 PC hat es CS3 nicht mehr auf die Platte geschafft ich nutze für mich persönlich nur noch Lightroom denn die Vielfalt ist genial. Was die Zukunft in der Bildbearbeitung bringen wird bei Hard- und Software verfolge ich schon heute mit Spannung. Ein Schritt für mich wird sein jetzt im Frühjahr wenn Apple das iPad3 auf den Markt bringt dies anzuschaffen. Dies soll meine Arbeit abrunden und der Familie Spaß bringen. Denn man hat auch gegen seinen Kindern, meine Jüngst ist 14 auch die Pflicht Wege und Dinge für die Zukunft aufzuzeigen und ein Auszuprobieren zu ermöglichen. Kinder sind die Zukunft - so jetzt aber Schluss, es Grüßt Nicht ganz Gesund, aber Mitten im Leben der Frank
AntwortenLöschenLieber Frank, vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Ich denke auch, dass das Medium "Tablet" erst noch ganz am Anfang der Entwicklung steht. Ich bin überzeugt, dass man in ein paar Jahren auf einem solchen Gerät noch sehr viel anderes machen kann. Wieso sollte Bildbearbeitung nicht auch dazu gehören? Wenn farbverbindliches Arbeiten nicht oberste Priorität hat, könnten Tablets zu einem sehr wichtigen Werkzeug avancieren...
AntwortenLöschenHerzliche Grüsse
Michel