Montag, 2. August 2010

Digital Magazine: Was denken Sie zu Hoch- und Querformat?

Dreht man das iPad von Hoch- zu Querformat (oder umgekehrt), so ändert sich auch der Bildschirminhalt. Das ist technisch interessant. Und für die ersten zwei Wochen iPad ganz lustig. Doch habe ich bei meinem iPad die automatische Rotation bewusst abgeschaltet. Ich brauche es interessanterweise ausschliesslich in Querformat.
Jetzt ist es so, dass man bei einem digitalen Magazin den gleichen Artikel in Hoch- und Querformat anders layouten kann, oder sogar anderen Inhalt bringen kann. Dies habe ich teilweise bei der iPad App zur swiss publishing week 2010 so gemacht.

In Querformat kann man einen Film schauen...

...in Hochformat eine Bildstrecke.


Beim Programm habe ich keine hochformatige Version gemacht. Und zwar konnte ich den Aufwand schlicht nicht rechtfertigen. Zudem wäre die Tabelle zu schmal und unübersichtlich geworden. Hält man das iPad in Hochformat, so lasse ich da eine Meldung erscheinen, die besagt, dass das iPad zu drehen sei.

Hochformat:

Querformat:


Was bringt dieser Formatwechsel?
Je länger ich mit InDesign Sachen fürs iPad erstelle und je intensiver ich digitale Magazine konsumiere, desto mehr frage ich mich, ob diese Formatrotation für Konsumenten und Verleger überhaupt einen Mehrwert bringt.
  • Übertragen auf den Printbereich: Ich habe noch nie das Gefühl verspürt, mein gedrucktes Magazin drehen zu wollen, um im anderen Format weiter lesen zu können.
  • Ist es logisch, dass sich das Layout ändert, wenn ich das Gerät drehe? Wissen das alle, die mein Magazin auf dem iPad lesen?
  • Was, wenn Tablets auf den Markt kommen, die diese Rotation nicht unterstützen?
  • Wie kann ich es betriebswirtschaftlich rechtfertigen, für die digitale Ausgabe immer alles doppelt zu layouten? Ist der Wow-Effekt soviel wert?
  • Wie reagieren Konsumenten, wenn nicht Hoch- und Querformat unterstützt werden (siehe Agenda in der App oben)?
  • Bringt es einen Vorteil, wenn ich vertikal eine reine Textansicht habe, wo ich den Text zoomen kann?
Sie sehen, ich stehe der Rotation in digitalen Magazinen skeptisch gegenüber. Ich bin mir nicht sicher, ob sich dieser Luxus halten kann. Doch ich bin nur der Haeme. Viel mehr würde mich interessieren, was Sie darüber denken! Nutzen Sie doch die Kommentarfunktion, damit wir als Ganzes zu einem breiter abgestützten Fazit und vielleicht auch zu praxisrelevanten Tipps kommen.

Herzlichen Dank!
Haeme Ulrich

8 Kommentare:

  1. Hallo Haeme,
    die Frage ist doch: "Warum gibt es die Rotation?"
    Ich weiß zwar nicht, wer sie erfunden hat (Apple?), aber ich denke mir, das sie erfunden wurde, weil es effizienter ist, Seiten im Breitformat zu schauen (man muss zwar mehr scrollen), während die restliche Nutzung von Smartphones hochformatig stattfindet.

    Und weil es diese Funktion bei einem Display mit sehr unterschiedlicher Höhe und Breite, hat Apple das beim iPad auch eingebaut. (Jetzt tu ich mal so, als ob Apple das erfunden hat).

    Aber muss der Publisher diese Funktion ausnutzen?
    Meine Antwort: Nein!

    Ich kann den Mehrwert nur sehr begrenzt sehen. Nicht, dass ein Magazin, dass breitformatig layoutet wird keine gute Idee wäre. Aber dann bleibts bitte auch so.

    Und wenn ich ein Mag lese, und es bringt mir hochformatig anderen Content als querformatig, dann leg ichs sofort weg. Das würde bedeuten, dass ich jede Seite mal drehen muss, weil sich dann vielleicht ein Filmchen zeigt.

    Aber überassen wir es den Gestaltern und Kreativen auf der einen und den Konsumenten auf der anderen Seite. Vielleicht entwickelt sich das gaaanz anders, als wir uns das denken.

    LG
    CS5
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  2. Hallo Haeme,

    Ich bin hier der gleichen Meinung, allerdings lese und schreibe ich diesen Kommentar gerade im Hochformat aber sonst ist das Querformat mein bevorzugtes Format. Ich denke Ihr könnt euch viel Arbeit sparen und wenn eine Publikation nicht rotiert, -es werden 90% zurück drehen und weiterlesen.

    Mit den besten Grüssen

    MacHilly


    MacHilly
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  3. Lieber Haeme
    Du bringst es auf den Punkt. Die Rotation ist ein Gimmik ohne Mehrwert. Man sollte sich auf hoch oder quer festlegen, nichht auf beides, da es einen unverhältnismässig hohen Aufwand mit sich bringt. Bei Magazinen gilt es ja auch die Anzeigen ins Layout zu integrieren, die nicht einfach so in allen möglichen Formaten vorliegen. Ein Mehrwert des iPads liegt in seiner integrativen Fähigkeit, Filme oder Bildstrecken, zusätzlich herzustellen, mit Layern etwas besser zu erklären. Die an sich günstigere Distribution in die ganze Welt, kein Papierverbrauch, das sind die Benefits, nicht die Rotation. Ich nerve mich heute schon, weil das iPad sich immer wieder ungewollt "dreht" und mache dem mit dem Feststellknopf den Garaus. Leute, die die Rotation fordern sind wie Parlamentarier, die fordern, ohne an Kosten und Aufwand zu denken.

    Ralf Turtschi (turtschi@agenturtschi.ch)
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  4. Hallo Häma

    Interessant was da so zusammen kommt an Meinungen. Ganz offensichtlich scheint nun die Medienwelt zu explodieren - wir stehen effektiv vor einem Quantensprung, welcher sich schon länger abzeichnet.

    Wieso wohl sind die (meisten) Monitore querformatig? Ein lustiger Zusammenhang, welcher die bisherigen hier geposteten Meinungen bestätigt. Ich LIEBE mein iPad - und hoch oder quer, na ja, je nach gebotenem Inhalt.

    Meine Meinung ist etwas anders.

    Beispiel: Coop-Zeitung - soviel ich weiss warst Du ja da auch beteiligt. Gucke ich quer, so erhalte ich Eye Catchers in Form von tollen Fotos und kurzen Headlines resp. Leads. = Augenweide
    Gucke ich hoch, so erscheinen die ausgiebigen (bspw.) Menu-Anleitungen. Dies MUSSTE ich aber lernen... - nirgends wurde ich darauf hingewiesen, dass es «more infos» gibt. Erst als ich Nubias Thai-Curry als Menu-Anleitung angucken wollte erschien es nicht, da auch ich bevorzugterweise im Querformat einstieg. Irgendwie per Zufall drehte ich das Gerätli und siehe da, schwups, auch dazu gibt es die Checkliste für Hobbyköche. Dies könnte man natürlich in der Userführung verbessern (oder ich übersah es).

    Zu Deinem Input:
    Übertragen auf den Printbereich: Ich habe noch nie das Gefühl verspürt, mein gedrucktes Magazin drehen zu wollen, um im anderen Format weiter lesen zu können.
    >> Sinnlos, Print ist statisch und hat andere Vorteile

    Ist es logisch, dass sich das Layout ändert, wenn ich das Gerät drehe? Wissen das alle, die mein Magazin auf dem iPad lesen?
    >> Logisch sicher nicht, aber nützlich (siehe auch WIRED) -> UI Aufgabe

    Was, wenn Tablets auf den Markt kommen, die diese Rotation nicht unterstützen?
    >> Killer :(

    Wie kann ich es betriebswirtschaftlich rechtfertigen, für die digitale Ausgabe immer alles doppelt zu layouten? Ist der Wow-Effekt soviel wert?
    >> Ich denke weniger als WOW Effekt - sondern ganz einfach als Nutzenzuwachs für das Produkt. Das UI sollte dies aber kommunizieren. Dass dies aufwändig sein kann, ist ev eine Zeiterscheinung. Denkbar ist ja SW, welche solche Features relativ bequem ermöglicht.

    Wie reagieren Konsumenten, wenn nicht Hoch- und Querformat unterstützt werden (siehe Agenda in der App oben)?
    >> nix gwesen... - vergleichbar zu PDF-Doks, welche keine Lesezeichen enthalten. Jedes Mal ärgere ich mich, wenn es keine Lesezeichen gibt. Offensichtlich kennen zu viele der PDF-erzeugenden Personen diese enorme Struktur-Hilfe nicht.

    Bringt es einen Vorteil, wenn ich vertikal eine reine Textansicht habe, wo ich den Text zoomen kann?
    >> könnte sein (keine gefestigte/bestätigte Meinung)

    Deine/Eure SPW-App:
    - Mir ist sie zu gross - nicht per se, aber ich muss scrollen um den einzelnen Tag zu verfolgen.
    - Der Hinweis, dass ich drehen soll verursachte so ein Bevormundungsgefühl, kein schlimmes :) aber doch existent
    - Hoch wäre übersichtlicher (ganze Tage überblickbar) - und zoombar, falls jemand doch grösser schauen will/muss.

    Peter Laely, plaely@panag.ch
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  5. Hallo Haeme
    Unser «Gewerbe» ist mal wieder, und völlig am «Markt» vorbei, nur mit sich selbst beschäftigt.
    Simpleviewer
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  6. @Simpleviewer
    Zunächst ist es kein guter Stil solche Art von Kommentaren Anonym zu schreiben. Steh´doch zu Deiner Meinung.

    Um aber inhaltlich auf Dich einzugehen: Ich verstehe deine Position nicht. Von welchem "Markt" redest Du? Den Markt für vertikale iPad-Anwendungen oder den für horizontale iPad-Anwendungen?
    Damit der "Markt" oder eine "Marktmeinung" sich bilden kann, muss es doch Anwendungen dazu geben?
    Und wer macht diese? "Das Gewerbe"!
    Also müssen wir innerhalb des Gewerbes doch drüber reden.
    Oder verstehe ich dich falsch?

    CS5
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  7. Wir als Profi-Publisher können wohl am besten beurteilen, ob eine Information besser im Hoch- oder im Querformat dargestellt wird. Gleiche Inhalte unterschiedlich darzustellen scheint mir sinnlos. Hoch- und Querformat zu mischen ist doch eine gute Lösung. Wir sollten dem Leser an der betreffenden Stelle freundlicherweise sagen, das Tablett zu drehen und den Feststellknopf zu lösen. Bei Printmagazinen ist das einfacher: Die Drucksachen-User kippen ein Magazin automatisch, wenn die Leserichtung von unten nach oben läuft. (Man hat doch früher öfters so gelayoutet, oder täusche ich mich?)
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  8. Als «alter» Tabellen.- und Publishing System Übersicht Ersteller - denke ich eh per se - quer.

    Hingegen kann die Kombi von Aufmacher.- Detailbildern, Bildunterschriften und Text in Artikelform ihre Reize im Hoch.- wie auch im Querformat haben.

    Beides ist für sich betrachtet und losgelöst von den Papier zusammenhaltenen Metallklammern in der Heftmitte, eher wie der Gang und Blick auf die Wandflächen einer Galerie, während einer Ausstellung.

    Betrachte ich die Papier gebundenen Magazine, auf den Ablageflächen neben meinen Schreibtisch, stellt sich deine Frage bei auf einer Seite zusammen gewürfelten Informationen, oder zwei Artikeln auf einer Seite, nur bedingt. Geht der Artikel über mehrere Seiten, bleibt die digitale Umsetzung von Bild und Text spannend, wobei auch hier der Trend eher zum reinen ungestalteten Textlesen geht...

    ... im Print bleibt es halt eine Frage des Platzes.
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