«Das Wunderbare an Standards ist, dass es so viele davon gibt», hat Andrew Tanenbaum, Netzwerk-Forscher, gesagt. Damit trifft er den IT-Nagel voll auf den Kopf. Mich beschäftigen aktuell vor allem digitale Magazine fürs iPad und deren Verbreitung über den iTunes Store.
Was heisst da iPad und iTunes Store? Es geht um Tablets und um Distributions-Modelle. Und schon sind wir mitten in der Problematik. Während Apple im Moment ein Quasi-Monopol im Tablet-Markt hat, kann sich dies ändern, wenn Android-Geräte breitflächig Fuss fassen. Und wegen der Distribution: Ich weiss von der Schweiz wie von Deutschland, dass man mit Hochdruck an alternativen Distributions-Modellen arbeitet, um nicht von Apple abhängig zu sein.
Und dann sind wir genau da, wo Andrew Tanenbaum sagt: Wir haben viele Standards, pro Land, pro Region, pro Plattform. Das bringt Innovation, führt aber zu Kompatibilitäts-Problemen. Welche Funktionen darf mein digitales Magazin haben? Was ist die optimale Auflösung? Alles Probleme, die das geduldige Papier nicht hat. Papier ist nämlich das kompatibelste Medium überhaupt und wird als solches häufig unterschätzt.
Trotzdem freue ich mich auf die digitalen Magazine. Nicht als Ersatz für Drucksachen, nein als neues Medium, bei dem wir die Fachleute sein dürfen!
Herzlich
Haeme Ulrich
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