Die Schweizer Coopzeitung ist jetzt auch auf dem iPad. Als «Coopzeitung essen&trinken» geht es rund ums Kochen. Die App weist auf neue Foodprodukte hin und bietet auch gleich die passenden Kochrezepte dazu.
Für mich ist dies besonders, weil ich die Leute bei Coop in WoodWings Digital-Magazine-PlugIns für InDesign schulen durfte. Die Coopzeitung fürs iPad wird mit dem Publishing-System WoodWing Enterprise 7.x erstellt, das System hat A&F integriert.
Aufbau der Zeitung
Die Coopzeitung nutzt die Shelf-App (Bücherregal) von WoodWing. Ist die App gestartet, springt man über den Knopf «Bibliothek» am unteren Bildschirmrand ins Bücherregal. Da sind die verfügbaren Ausgaben ersichtlich.
Navigation
In mehrseitigen Artikeln wischt man die aktuelle Seite mit dem Finger nach oben, um auf die nächste Seite zu gelangen. Zum nächsten Artikel geht es mit einem Wisch nach links. Eine Übersicht über die gestartete Ausgabe bringt der Knopf «Inhalt» am unteren Bildschirmrand.
Hoch- und Querformat
In Querformat geht es bei Coop vor allem ums Bildliche. Der Hintergrund ist schwarz, damit die Bilder dramatischer wirken. Hochformat hat es mehr Text, der Hintergrund ist weiss.
Warum die Coopzeitung auf dem iPad?
Im Zentrum von Coops iPad App stehen Kochrezepte. Wer kocht, steht in der Küche. Bis heute hat er das gedruckte Rezept da liegen. Künftig werden iPads und andere Tablets überall hin mitgenommen, auch an den Herd. Das heisst, das Kochbuch kann jetzt plötzlich elektronisch sein. Rezepte werden nicht rein textuel beschrieben, Videos ergänzen auf sinnvolle Weise den Inhalt. Ich gehe davon aus, dass mit Tablets auch Leute sich elektronisch informieren, die zuvor nicht oder nur ungern im Internet gesurft haben.
Die Produktion
Bitte befreien Sie Ihre «Zahlenmenschen» vom Irrglauben, dass die elektronische Ausgabe bloss einen Mausklick vom Print entfernt ist! Inhaltlich kann viel aus der Print-Ausgabe übernommen werden, Texte müssen zum Teil gekürzt werden. Das Layout für den Tablet-Computer sollte aber komplett angepasst sein. Leider gibt es digitale Magazine, die bloss ein PDF der Printausgabe sind. Das ist schlechter als gar nichts, denn typische Print-Layouts sind auf dem Monitor mühsam zu lesen und Geschäft lässt sich so mittelfristig keines machen.
Die sichtbare Fläche auf dem Monitor ist viel kleiner als eine komplette Doppelseite eines gedruckten Magazins. Das heisst, Mehrspaltigkeit auf dem Monitor muss grundsätzlich hinterfragt werden. Man kann einem Artikel, der über mehr als zwei Spalten umbrochen ist, auf dem Monitor nur schwer folgen. Im Print geht es auch darum, Papier zu sparen. Denn mehr Seiten heisst mehr Druck- und Papierkosten, heisst weniger Verdienst. Im digitalen Magazin ist die Anzahl Seiten völlig egal. Da darf ruhig ein gutes Bild über eine ganze Seite gehen. Die Seite kostet nichts ausser des Aufwands fürs Layout.
Qualität ist gefragt
Digitale Magazine sind Seiten basierend. Das heisst, Print-Layouter sind da die echten Profis. Qualität in Typografie ist wieder möglich und auch gefragt. Auch im Bildbereich erschliessen sich neue Möglichkeiten: Die Qualität des Bildes leidet nicht mehr mit der Qualität des Papiers. Zudem können mit Bildstrecken mehr Bilder als im Print gezeigt werden.
Als neues Medium kommt Video hinzu. Hier gilt es, sich einzuarbeiten oder geeignete Partner zu finden.
Ich freue mich schon heute, Ihr digitales Magazin auf meinem iPad zu lesen!
Herzlich
Haeme Ulrich
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