Mittwoch, 10. Februar 2010

Aperture 3: Meine ersten Notizen

Ich habe heute Nacht mit den Tests zu Aperture 3 angefangen und bin jetzt an einigen Filmen für eCollege. Hier also meine ersten Erkenntnisse. Die Reihenfolge ist zufällig :-) Ich will meine Blog-Leser einfach darüber informieren, wie meine ersten Eindrücke sind. Bitte entschuldigen Sie, wenn ich etwas in Stichwörtern schreibe.

- Diashows sind ausgezeichnet
- Tolle Neuerungen im Vollbildmodus
- die neuen Zoomstufen sind praktischer als in Lightroom
- Geschwindigkeit auf meinem MacBook Pro teilweise sehr langsam. Ich arbeite halt nur mit einem MacBook Pro mit 4GB RAM und Intel Core 2 Duo Prozessor mit 2.53 GHz. Die Geschwindigkeit mit 8800 Bildern ist jetzt schon deutlich langsamer als in Lightroom. Ich könnte zwar den Vorschaumodus wechseln, aber das nervt mich. Wäre ich ein Fotograf, der mit einem Laptop unterwegs ist und Aperture auf Reisen nur auf dem Laptop hat, bekäme ich sehr schnell graue Haare.
- Die Grösse einer Library ist enorm, auch dann, wenn die Originalbilder nicht darin verwaltet werden. Hier ein Vergleich: Die Lightroom-Library mit 8800 Bildern ist 192 MB gross. Die Aperture Library mit den gleichen Bildern (ohne weiteren Schnickschnack) ist 6.1 GB gross! Natürlich muss man bedenken, dass Apple die Vorschau in der Library verwaltet. Lightroom verwaltet die Vorschauen in einer separaten Datei. Bei Lightroom ist diese aber nur 3 GB gross. Das kommt unter anderem daher, dass Lightroom lange nicht verwendete Vorschauen automatisch löscht. Ich bin sehr glücklich darüber, dass Lightroom den Hauptkatalog nicht mit den Vorschauen aufbläht. Natürlich könnte ich in Aperture die Library öffnen und selber eingreifen, aber das ist mir zu mühsam.
- Faces für mich unbrauchbar (da arbeite ich in Lightroom mit Metadatensets wesentlich effizienter)
- Videos trimmen und skimmen grossartig
- Places erkennt Ortschaft nicht immer, wenn man die Ortschaft manuell setzt. Die Bilder stehen dann zwar korrekt auf der Karte, Aperture erkennt jedoch manchmal nur das Land und den Kanton in der Übersicht, nicht aber die Ortschaft.
- nach wie vor keine hierarchische Stichwörter möglich
- keine multiplen Farbbeschriftungssets möglich
- Pinsel-Werkzeuge erweisen sich als sehr hilfreich
- Library-Switch ist der Oberhammer
- Ordner können nicht im Finder angezeigt werden (nach wie vor)
- Keine Info über die Dateigrösse eines Ordners
- Ordnermanagement wirkt sich nach wie vor nicht aufs Filesystem aus. Das schätze ich sehr an Lightroom.
- wenn ein Dateiname eines Bildes umbenennt wird, kann dieser ins Original geschrieben werden
- alte Dateinamen können nicht erhalten bleiben, wie Lightroom und Bridge das kann
- das unabhängige Auswählen, Bewegen und Verschieben von Ordnern und Projekten gefällt mir ausgezeichnet. Da ist Aperture alles in allem doch flexibler als Lightroom. Ich finde es immer wieder toll, wie Smart-Alben direkt einem Projekt zugeordnet werden können. Schade nur, dass Aperture nicht konsequent genug ist und (fast keine) Änderungen auf Filesystemebene zulässt.
- was ich an Aperture seit Anfang am meisten mag ist die Tatsache, dass man von überall her Zugang zu den wichtigsten Infos hat. Man drückt einfach kurz die Taste "H" und bekommt das HUD-Display eingeblendet. In Lightroom ärgere ich mich immer wieder, wenn ich ein Modul wechseln muss. Zudem ist der Modulwechsel in Lightroom manchmal sehr langsam.

Alles in allem bin ich nach wie vor positiv gestimmt. Apple hat mit Aperture 3 etwas Beeindruckendes geschaffen. Schlussendlich muss jeder Fotograf selber wissen, welche Funktionen ihm am wichtigsten sind. Wer viel Diashows machen muss, wird an Aperture seine wahre Freude haben. Es werden sogar bis zu zwei Audiospuren unterstützt. Die Hauptspur kann sogar gedimmt werden (ducking), während die andere läuft. Diashows in Lightroom 3 sind da im Gegensatz eher kläglich.

Soweit meine ersten Gedanken zu Aperture. Mensch, es sollten doch nur ein paar Zeilen werden...

Herzliche Grüsse
Ihr/Euer Michel Mayerle

6 Kommentare:

  1. In Aperture ist es leicht möglich, auf die Vorschaubilder zu verzichten. Normalerweise ist das kein Problem und spart Speicherplatz. Auch das löschen von Vorschaubildern ist ganz einfach möglich, ohne in die Library zu gehen.

    Ich empfinde es geradezu als Vorteil, nicht selbst Hand an die Ordnerstruktur legen zu müssen. Aperture bietet viel bessere Sortiermöglichkeiten, so dass der Finder ohnehin überflüssig ist. Ich weiß – das ist Ansichtssache, aber das Herumwerkeln an der Ordnerstruktur ist nicht mehr zeitgemäß. Da gibt es mittlerweile überlegene Möglichkeiten, die auch von anderer Software konsequent unterstützt werden. Sinnvoll vergeben Tags nützen da beispielsweise mehr und sind offen für viele Verwendungsmöglichkeiten. Die Ordnerstruktur, die der Finder anzeigt, fußt auf der technischen Notwendigkeit der Dateiverwaltung auf der Festplatte. Es gibt aber keine nachvollziehbare Notwendigkeit, sich daran zu orientieren, wenn entsprechende Software andere Möglichkeiten bietet.

    Gerade das Öffnen mehrerer Projekte in Tabs oder verschiedenen Fenstern ist einer der unschlagbaren Vorteile von Aperture und erleichtert die Bildverwaltung sehr.

    Für meinen Geschmack sind die Ergebnisse der RAW-Konvertierung durch Aperture die besten, neben denen, die die Software der Hersteller liefert. Der absolute Hammer in Aperture ist aber die Funktion „Glanzlichter & Schatten“. Wenn dort der Radius und der Kontrast der Mitten erhöht wird, steigert das den selektiven Kontrast des Bildes auf eine Weise, die sonst nur in Photoshop zu bekommen ist. Das das Ergebnis nun auch noch selektiv bearbeitet werden kann, ist ein Traum. Diese Funktion, die so bei keinem Raw-Konverter zu finden ist, ließ mich nach Tests von Lightroom immer schnell wieder zu Aperture zurückkehren.
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  2. Hallo Rico

    Ja, Aperture 3 hat ein paar wirklich tolle Anpassungsmöglichkeiten in Bezug auf die RAW-Entwicklung. Ich fände es schön, eine Kombination zwischen Lightroom und Aperture zu haben. Das Presharpening finde ich in Lightroom wesentlich besser als in Aperture. Und die Rauschreduzierung in der Lightroom 3 Beta gehört vermutlich zu den besten derzeit im Markt, ganz zu schweigen von dem, was in der finalen Version kommen wird. Ich finde, dass Aperture 3 hier noch etwas schwach auf der Brust ist. Aber dafür gibt es ja PlugIns in Hülle und Fülle. Glanzlichter und Schatten in Aperture ist in der Tat super.

    Ich weiss, dass man in Aperture aus der Applikation hinaus einzelne Vorschauen oder ganze Ordner bzw. Projekte von den Vorschauen säubern kann. Trotzdem finde ich es schade, dass diese nicht ausserhalb der Library aufbewahrt werden. Aber eben, Geschmacksache.

    Bezüglich der Ordnerstruktur im Finder bin ich anderer Meinung. Aber auch hier hat das wohl mit den persönlichen Bedürfnissen zu tun. Natürlich bietet Aperture eine wesentlich bessere Flexibilität als der Finder, die jeder unbedingt nutzen sollte. Kunden, die bei mir eine Aperture- oder Lightroom-Schulung besuchen, haben aber oft ein grosses Problem. Durch den Einsatz eines DAM-Systemes bekommen sie auf der Festplatte noch das grössere Chaos. Sie haben keine Ahnung mehr, wo die Originalbilder liegen. Natürlich kann man diese aus einem DAM-System hinaus sichten, das hilft den Armen aber wenig. Oft wird nur noch sinnlos in das DAM-System reingebuttert, ohne dass man sich Gedanken darüber macht, wo die Daten liegen bzw. welches die primäre Festplatte oder der primäre Katalog ist. Lightroom zwingt mich hier in gewisser Weise zur Ordnung, weil ich eine minimale Struktur planen muss. Aperture gibt mir nach dem Import alle Freiheit der Welt. Wer diese sinnvoll einsetzt und ausserhalb von Aperture kein Chaot ist - SUPER. :-)

    Deshalb schätze ich Lightroom dermassen, weil die Ordnerstruktur immer mit dem des Finders übereinstimmt. So kann der User zuerst einmal alles importieren und anschliessend in Lightroom eine Struktur schaffen, die Sinn macht. Der positive Nebeneffekt ist der, dass die Struktur anschliessend auch im Finder identisch ist.

    Gehen wir einmal von folgendem Szenario aus: Falls ich eines Tages von Lightroom auf Aperture (oder sonst ein Programm) umsteigen müsste, steht meine ganze Struktur bereits perfekt. Ich muss in Lightroom nur noch Befehl+S drücken, um die Metadaten in die Files zu schreiben, fertig. Die Struktur ist anschliessend bereit zur Wiederverwendung. Ein Export meiner Bilder ist nicht nötig.

    Eine gepflegte Ordnerstruktur kann auch in der heutigen modernen Welt noch Sinn machen, wenn es darum geht, Backup-Systeme aufzubauen. Dort kann es immer wieder Sinn machen, nur bestimmte Verzeichnisse zu backupen. Manchmal werden sogar einzelne Verzeichnisse inkrementell gespeichert, während andere ein Vollbackup bekommen. Wenn absolut klar ist, welche Dateien wo liegen, hat das für die Backupplanung klare Vorteile.

    Selbst ohne ein DAM-System habe ich bei mir peinlichst genaue Ordnung durch eine sorgfältig geplante Ordnerstruktur.

    Und falls ich keinen Gefallen an der Ordnerstruktur finde, kann ich diese in Lightroom ja auch ignorieren und mit Kollektionen und Smart-Kollektionen arbeiten, wie in Aperture. Aber ja, ich vermisse es in Lightroom, dass man Alben einem Ordner unterordnen und diese wieder in Unterordnern zusammenfassen kann. Das ist praktisch in Aperture.

    Aber hey, schlussendlich ist diese Diskussion ja wie die zwischen Quark und InDesign. Nur ist es bei Lightroom und Aperture so, dass beide Produkte ihre Daseinsberechtigung haben :-)
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  3. Nachtrag: Oh ja, du hast absolut recht: Es ist grossartig, dass man in Aperture mehrere Projekte in mehreren Tabs öffnen kann!
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  4. Wolfgang PlattnerFeb 24, 2010 02:59 AM
    Servus

    Ich habe hier mit Interesse mitgelesen, finde aber keine Möglichkeit in meiner Trialversion, ein zweites Projekt in einem separaten Tab zu öffnen.
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  5. Hallo Wolfgang

    Einfach ein Projekt anklicken und anschliessend mit gedrückter Alt-Taste auf ein zweites Projekt klicken.

    Herzliche Grüsse
    Michel
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  6. Was soll ich nun installieren Lighroom oder Aperture
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