Ich habe heute Nacht mit den Tests zu Aperture 3 angefangen und bin jetzt an einigen Filmen für eCollege. Hier also meine ersten Erkenntnisse. Die Reihenfolge ist zufällig :-) Ich will meine Blog-Leser einfach darüber informieren, wie meine ersten Eindrücke sind. Bitte entschuldigen Sie, wenn ich etwas in Stichwörtern schreibe.
- Diashows sind ausgezeichnet
- Tolle Neuerungen im Vollbildmodus
- die neuen Zoomstufen sind praktischer als in Lightroom
- Geschwindigkeit auf meinem MacBook Pro teilweise sehr langsam. Ich arbeite halt nur mit einem MacBook Pro mit 4GB RAM und Intel Core 2 Duo Prozessor mit 2.53 GHz. Die Geschwindigkeit mit 8800 Bildern ist jetzt schon deutlich langsamer als in Lightroom. Ich könnte zwar den Vorschaumodus wechseln, aber das nervt mich. Wäre ich ein Fotograf, der mit einem Laptop unterwegs ist und Aperture auf Reisen nur auf dem Laptop hat, bekäme ich sehr schnell graue Haare.
- Die Grösse einer Library ist enorm, auch dann, wenn die Originalbilder nicht darin verwaltet werden. Hier ein Vergleich: Die Lightroom-Library mit 8800 Bildern ist 192 MB gross. Die Aperture Library mit den gleichen Bildern (ohne weiteren Schnickschnack) ist 6.1 GB gross! Natürlich muss man bedenken, dass Apple die Vorschau in der Library verwaltet. Lightroom verwaltet die Vorschauen in einer separaten Datei. Bei Lightroom ist diese aber nur 3 GB gross. Das kommt unter anderem daher, dass Lightroom lange nicht verwendete Vorschauen automatisch löscht. Ich bin sehr glücklich darüber, dass Lightroom den Hauptkatalog nicht mit den Vorschauen aufbläht. Natürlich könnte ich in Aperture die Library öffnen und selber eingreifen, aber das ist mir zu mühsam.
- Faces für mich unbrauchbar (da arbeite ich in Lightroom mit Metadatensets wesentlich effizienter)
- Videos trimmen und skimmen grossartig
- Places erkennt Ortschaft nicht immer, wenn man die Ortschaft manuell setzt. Die Bilder stehen dann zwar korrekt auf der Karte, Aperture erkennt jedoch manchmal nur das Land und den Kanton in der Übersicht, nicht aber die Ortschaft.
- nach wie vor keine hierarchische Stichwörter möglich
- keine multiplen Farbbeschriftungssets möglich
- Pinsel-Werkzeuge erweisen sich als sehr hilfreich
- Library-Switch ist der Oberhammer
- Ordner können nicht im Finder angezeigt werden (nach wie vor)
- Keine Info über die Dateigrösse eines Ordners
- Ordnermanagement wirkt sich nach wie vor nicht aufs Filesystem aus. Das schätze ich sehr an Lightroom.
- wenn ein Dateiname eines Bildes umbenennt wird, kann dieser ins Original geschrieben werden
- alte Dateinamen können nicht erhalten bleiben, wie Lightroom und Bridge das kann
- das unabhängige Auswählen, Bewegen und Verschieben von Ordnern und Projekten gefällt mir ausgezeichnet. Da ist Aperture alles in allem doch flexibler als Lightroom. Ich finde es immer wieder toll, wie Smart-Alben direkt einem Projekt zugeordnet werden können. Schade nur, dass Aperture nicht konsequent genug ist und (fast keine) Änderungen auf Filesystemebene zulässt.
- was ich an Aperture seit Anfang am meisten mag ist die Tatsache, dass man von überall her Zugang zu den wichtigsten Infos hat. Man drückt einfach kurz die Taste "H" und bekommt das HUD-Display eingeblendet. In Lightroom ärgere ich mich immer wieder, wenn ich ein Modul wechseln muss. Zudem ist der Modulwechsel in Lightroom manchmal sehr langsam.
Alles in allem bin ich nach wie vor positiv gestimmt. Apple hat mit Aperture 3 etwas Beeindruckendes geschaffen. Schlussendlich muss jeder Fotograf selber wissen, welche Funktionen ihm am wichtigsten sind. Wer viel Diashows machen muss, wird an Aperture seine wahre Freude haben. Es werden sogar bis zu zwei Audiospuren unterstützt. Die Hauptspur kann sogar gedimmt werden (ducking), während die andere läuft. Diashows in Lightroom 3 sind da im Gegensatz eher kläglich.
Soweit meine ersten Gedanken zu Aperture. Mensch, es sollten doch nur ein paar Zeilen werden...
Herzliche Grüsse
Ihr/Euer Michel Mayerle
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